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Artikel aus der Saarbrücker Zeitung 16.04.2010

Damit Eltern nicht so leicht überfordert sind ....

Diesen Artikel aus der Saarbrücker Zeitung  vom 16.04.2010 finden Sie in unserem Bereich Dokumente
oder Sie können ihn hier direkt herunterladen.

 
Eine Hebamme für die ganze Familie

Ernährungstipps und Eheberatung bis zum ersten Geburtstag eines Kindes für benachteiligte Familien.  Mehr über die Arbeit einer Famililenhebamme in Viernheim unter „Dokumente".

 
Pressemitteilung Uni-Klinik Heidelberg April 08

Heidelberg, den 10. April 2008

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg und der Medizinischen Fakultät der
Universität Heidelberg

Im Neuenheimer Feld 672
69120 Heidelberg
Fon +49 (0)6 221 56 45 36
Fax +49 (0)6 221 56 45 44
annette.tuffs(at)
med.uni-heidelberg.de

www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse


PRESSEMITTEILUNG Nr. 62 / 2008

Wenn Eltern Rat und Hilfe brauchen

Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ am Universitätsklinikum Heidelberg soll Gewalt in der Familie vorbeugen / 29 Familienhebammen im Saarland im Einsatz

Wie kann man elterliche Gewalt und Vernachlässigung von Säuglingen verhindern? Durch rechtzeitige Vorsorge, sagen Wissenschaftler um Professor Dr. Manfred Cierpka vom Universitätsklinikum Heidelberg. Sie haben das Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ ins Leben gerufen: Direkt nach der Geburt betreuen speziell ausgebildete Familienhebammen besonders belastete Familien. 29 Helferinnen haben nun Ende Februar im Saarland ihren Abschluss erworben.

„Wenn ein Paar ein Kind bekommt, dann tauchen oft Fragen und Herausforderungen auf, und es herrscht erst einmal Verunsicherung“, erläutert Projektkoordinator Dr. Andreas Eickhorst vom Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie am Universitätsklinikum Heidelberg. Wie lerne ich die Signale meines Babys zu verstehen? Wie kann ich Schreiattacken vorbeugen? Wie pflege ich den Säugling richtig? Welche Hilfen kann ich bekommen? Wie baue ich eine sichere Bindung zu dem Kind auf? Gerade besonders belastete Familien – Mütter und Väter, die etwa sehr arm sind, allein erziehend, arbeitslos oder ein Drogenproblem haben – sind häufig überfordert und benötigen Rat und Unterstützung,
um mit der neuen Situation zu recht zu kommen.

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Presseinfo KfdN

Familiäre Präventionsangebote im frühkindlichen Bereich:

Möglichkeiten und Erfahrungen.

Das Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie des Universitätsklinikums Heidelberg lud zu Austausch und Diskussion ein.

24.01.08

Das Projekt "Keiner fällt durchs Netz" (Heidelberg) und das niedersächsische Projekt "Eine Chance für Kinder" informierten über Chancen und Grenzen bei der Förderung von Familien und ihren Kindern im ersten Lebensjahr.

Anlässlich einer Vortragsreihe im Rahmen des Zentrums für Psychosoziale Medizin des Universitätsklinikums Heidelberg lud das Institut für Psychosomatische Kooperationsforschung und Familientherapie unter Leitung von Prof. M. Cierpka zu einem Vortrag über Präventionsangebote im frühkindlichen Bereich ein.

Für den ersten Vortrag konnte Prof. A. Windorfer aus Hannover gewonnen werden, der seit annähernd 20 Jahren Erfahrungen auf dem Gebiet der aufsuchenden Frühprävention mit Familienhebammen gesammelt hat und anschaulich von früheren und dem aktuelllen Projekt "Eine Chance für Kinder" in Niedersachsen berichtete. Durch seine Arbeit konnte er Antworten auf die Fragen geben, welche Familien durch das aufsuchende Angebot von Familienhebammen erreicht werden konnten und unter welchen Umständen dieses Angebot am besten wirkt. Seiner Erfahrung nach spielte die Zusammenarbeit mit den Jugendämtern eine entscheidende Rolle. Durch die frühzeitige Kooperation konnten Herausnahmen von Kindern maßgeblich reduziert werden, was von Seiten des Jugendamtes in einzelnen Landkreisen dazu führte, die Maßnahmen auch über die Projektlaufzeit hinaus fortzuführen.

Prof. M. Cierpka ist bereits seit vielen Jahren im Bereich der Präventionsforschung tätig und ist Gründer und Leiter des Heidelberger Präventionsprojektes "Keiner fällt durchs Netz". In seinem Vortrag berichtete Prof. Cierpka über sein Projekt und betonte dabei, dass Vernachlässigung und Misshandlung in den ersten Lebensmonaten Spuren im Gehirn hinterlassen, die sich dauerhaft negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken.

Das Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ richtet sich an alle Eltern kurz vor und nach der Geburt und läuft in zwei Modellstandorten in Hessen (LK Bergstraße und LK Offenbach) und im gesamten Saarland.

Ziel des Projektes ist es, Wege und Möglichkeiten zu finden, möglichst allen Familien ein passendes Unterstützungsangebot zu unterbreiten. Dies geschieht einerseits durch das vom Institut entwickelte Elternseminar "Das Baby verstehen" und andererseits durch ein aufsuchende Angebot von speziell ausgebildeten Familienhebammen, die stärker belastete Familien bis zu einem Jahr lang betreuen können. Das Projekt wird durch das Universitätsklinikum wissenschaftlich begleitet und umfangreich evaluiert.

Bei der nachfolgenden Diskussion entspann eine Debatte um Möglichkeiten der Umsetzung und Implementierung von Frühen Hilfen.Im Publikum waren unter anderem zahlreiche Vertreter regionaler Jugendämter und anderer Institutionen vertreten, die sich an der Diskussion lebhaft beteiligten.

Weiterere Informationen zum Thema finden Sie unter:

www.keinerfaelltdurchsnetz.de www.eine-chance-fuer-kinder.de www.fruehehilfen.de

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an
Dr. Andreas Eickhorst
Projektkoordinator "Keiner fällt durchs Netz"
Tel. 06221/56-4717
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

 
Projekt Frühe Interventionen für Familien

Projekt Frühe Interventionen für Familien - PFIFF
Entwicklungsorientierte psychosoziale Prävention zum Schutz der Kindheit – eine kontrollierte Studie unter naturalistischen Bedingungen

Das „Projekt Frühe Interventionen für Familien – PFIFF“ wird als Begleitforschung für das Projekt „Keiner fällt durchs Netz“ durchgeführt. Nur so können wir herausfinden, was im Einzelnen zum Erfolg der Frühförderung beiträgt und welche Maßnahmen nicht zu empfehlen sind.

1. Hauptfragestellung
Geplant ist eine umfangreiche Begleitforschung, die sich aus einer Prozess- und einer Ergebnisevaluation zusammensetzt. Die Fragestellungen hinsichtlich der Prozessevaluation beziehen sich auf die Durchführung des Projektes „Keiner fällt durchs Netz“ , z.B. wie viele Risikofamilien können durch die Hausbesuche erreicht werden, oder wie erfolgreich ist der Aufbau von Kooperationsstrukturen in einem „Netzwerk für Eltern“?
Die Ergebnisevaluation beinhaltet eine Bewertung der Wirksamkeit der verschiedenen Interventionsbestandteile von PFIFF. Zu dieser Fragestellung wurden folgende Haupthypothesen formuliert: Nach einer Intervention über ein Jahr wird im Vergleich zu einer Kontrollgruppe ein signifikanter Effekt in den folgenden Bereichen erzielt:
* größere elterliche Kompetenz
* funktionalere Eltern-Kind-Interaktionen
* angemessener Entwicklungsstand der Säuglinge

2. Forschungsdesign
Für die Prozessevaluation werden die Beteiligten des Netzwerks für Eltern, die SozialarbeiterInnen der Koordinationsstellen und die Familienhebammen in den beiden Projektstandorten in regelmäßigen Abständen zu folgenden Gesichtspunkten befragt: Arbeitsinhalt, Kooperationsstrukturen, Anregungen und Kritik an der Projektorganisation, etc. Außerdem gehen in die Prozessevaluation sämtliche soziodemographischen Daten der betreuten Familien und organisatorische Daten ein.
Für die Ergebnisevaluation wird ein Vergleich von sozial stark belasteten Familien, die eine Intervention bekommen, und solchen, die keine Intervention bekommen, durchgeführt. Ansonsten könnten Veränderungen im Laufe des Interventionszeitraums lediglich entwicklungsbedingt sein und nicht wie intendiert positive Effekte der Intervention darstellen. Die Daten für die kontrollierte Studie werden in zwei Landkreisen (ein hessischer und saarländischer Landkreis) erhoben. Es handelt sich hier um eine quasiexperimentelle Studie, d.h. um eine kontrollierte Studie unter naturalistischen Bedingungen, bei der die Zuweisung zu Interventions- und Kontrollgruppe nicht zufällig erfolgt. Dieser Nachteil unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten ist ein Vorteil hinsichtlich der Intention des Projektes, wirklich allen sozial stark belasteten Familien in zwei Landkreisen Unterstützung anzubieten.
 
Die Evaluation soll zu vier Messzeitpunkten stattfinden (siehe Abbildung 3, S. 4): wenige Wochen nach der Geburt, wenn das Kind sechs Monate alt ist, wenn es ein und wenn es zwei Jahre alt ist.

3. Stichprobengewinnung
Auf den Geburtsstationen wird nach der Entbindung eine Einschätzung der Belastung mit der „Heidelberger-Belastungs-Skala“ durch das Team der Station durchgeführt. Anhand von Cut-Off-Werten werden die Familien in 3 Gruppen unterschiedlicher Risikobelastung eingeordnet: „Kein bzw. nur geringes Risiko“, „mittlere Risikobelastung“ und „hohe Risikobelastung“. Entsprechend der Risikobelastung wird den Familien ein Unterstützungsangebot gemacht, wobei das aufsuchende Angebot ausschließlich den Hochrisikofamilien zugedacht ist. Für die restlichen Familien steht der Elternkurs als Komm-Struktur zur Verfügung.
Die Rekrutierung der Kontrollgruppe erfolgt durch eine Kooperation mit denjenigen Geburtskliniken, die in unmittelbarer Nähe zu den "Keiner fällt durchs Netz"  Projektlandkreisen lokalisiert sind. Personen, die die benötigten Kriterien (Grad der Belastung laut Risikoscreening) erfüllen, aber aufgrund ihrer Nichtzugehörigkeit zum Projektgebiet nicht über das Projekt einer Intervention zugeführt werden können, sollen dann für die Kontrollgruppe gewonnen werden.
Die endgültige Stichprobe abzüglich Dropout setzt sich aus ca. 100 Familien der Interventionsgruppe (Risikofamilien mit Hausbesuchen in zwei Projektstandorten) und ca. 100 Familien der Kontrollgruppe zusammen.


4. Erhebungsinstrumente
Zu den vier Messzeitpunkten sollen unterschiedliche Untersuchungsbereiche multimethodal erschlossen werden: Fremdeinschätzung durch Experten aufgrund eines klinischen bzw. fachlichen Eindrucks, Selbstauskunft der Eltern anhand von Fragebögen bzw. strukturierter Interviews, Experteneinschätzung der beobachteten Interaktion in standardisierten und videographierten Untersuchungssituationen.
Insgesamt werden 3 Untersuchungsbereiche systematisch erfasst:
1. das Kind (biologische und psychosoziale Risikokomponenten),
2. die Eltern (biologische und psychosoziale Risikokomponenten),
3. die Eltern-Kind-Beziehung bzw. Interaktion (psychosoziale Risikokomponenten).

 



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